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Donnerstag, 26. März 2020

Lange Freude an Topfkräutern - auch aus dem Supermarkt

Im Frischeregal im Supermarkt findet man oft Schnittlauch, Petersilie und viele andere Kräuter als wachsende Pflanzen in kleinen Töpfen - sogar mit Bio-Siegel. Sie werden gerne gekauft, denn sie versprechen Gesundheit, Frische und Aroma für mehrere Mahlzeiten. Doch oft werden sie zuhause nur einmal geerntet und vegetieren dann vor sich hin, bis sie im Mülleimer oder auf dem Komposthaufen landen. Wie man es besser machen kann - Tipps für Hobbygärtner, Köche, Urban Gardener und alle anderen Kräuterfans. (aktualisiert)

Wo kann man Topfkräuter während der Corona-Krise kaufen?
Wenn bei Ihnen vor Ort der Verkauf ab Gärtnerei oder Hof, das Gartencenter und die Baumärkte mit Pflanzenabteilung wegen Corona geschlossen sind, schauen Sie im Lebensmittelgeschäft vor Ort, ob es Topfkräuter im Sortiment hat. Ansonsten kann man Kräuter und andere lebende Pflanzen telefonisch oder in Online-Shops bestellen und geliefert bekommen. Angeboten werden Topfkräuter manchmal von Lebensmittellieferdiensten wie dem von REWE, von [Versand]Gärtnereien sowie von Hofläden. Je nach Anbieter und je nachdem, wie die regionalen Vorschriften aktuell sind, werden die Pflanzen per Zusteller geliefert oder vom Online-Lebensmittelhändler beziehungsweise Gärtner selbst gebracht und kontaktlos übergeben. Bei Lieferung per Zusteller wie DHL, Hermes u. a. kann man beispielsweise einen Wunschablageort angeben - man muss also nicht einmal die Wohnungstür öffnen. Ein ähnliches, auf Hygiene abgezieltes Prozedere bieten auch die Selbstlieferer wie REWE und Gärtner mit Bringservice. 


Dieser Schnittlauch und der Thymian stammen ursprünglich aus dem Supermarkt
und stehen nun schon jahrelang auf der Terrasse. Ich lasse sie auch im Winter draußen stehen, gieße bei Bedarf (aber nicht zu viel).
Vielen Menschen widerstrebt es, lebende Pflanzen als Wegwerfware zu behandeln, sie wollen nachhaltig konsumieren. Kräutertöpfe vom Gärtner, aus dem Gartencenter oder dem Supermarkt muss man auch nicht schon nach einer Ernte wegwerfen. Mit ein paar Tipps kann man an vielen von ihnen jahrelang Freude haben und mit ihren Blättern Salate, Suppen und Soßen verzieren und würzen.

Was nicht funktioniert

Die Kräuter in den Plastiktöpfchen aus dem Supermarkt stehen zu lassen und das Beste zu hoffen, funktioniert nie. Das liegt daran, dass diese Töpfe zu klein sind. Der Erdevorrat darin ist zu gering und zu ausgelaugt, um ein brauchbarer Speicher und Puffer für Wasser und Nährstoffe zu sein.

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Kräutertöpfe für viele Ernten - so geht's:
  1. Schon beim Einkaufen sollte man darauf achten, dass man gesunde, frische Pflanzen erwischt. Sie sollten noch nicht lange im Verkauf stehen, denn dort sind sie meist zu eng und in zu kleinen Töpfen aufgestellt. Der Platz ist oft zu warm oder zu kalt und sie werden mit allen anderen Pflanzen "Pi mal Daumen" gegossen. Optimal wäre, wenn man die Liefertage des Ladens kennt und kurz nach der Belieferung einkaufen kann.
  2. Petersilie und Schnittlauch sollte man möglichst bald ernten – dazu werden sie zwei bis drei Zentimeter über der Erde  abgeschnitten. Was zu viel ist, kann man bis zum Verzehr einfrieren. 
  3. Dann sollte man den Wurzelstock bzw. bei anderen Kräutern wie Rosmarin, Salbei oder Thymian die Pflanzen, wie sie sind oder etwas eingekürzt, umtopfen. Dazu wird der Topfballen aus dem alten Plastiktopf vorsichtig herausgelöst und die Pflanze in einen etwa doppelt so großen Tontopf mit frischer Gemüsepflanzen- oder Kräutererde eingetopft. Alternativ kann man die Pflanze auch in einen Blumenkasten, eine Pflanzkiste, ein Tischbeet, ein Hochbeet oder in ein Bodenbeet im Gemüsegarten pflanzen.
  4. Nach dem Umtopfen wird sofort angegossen, damit die Erde an die Wurzeln geschlämmt wird - das kann man draußen auf dem Rasen oder drinnen in einem Waschbecken oder einer Schüssel machen. Wichtig ist nur, dass die Erde gut durchnässt wird, aber das überschüssige Wasser ablaufen kann.
  5. Nun erhalten die Kräutertöpfe einen Untersetzer und einen hellen Platz - je nach Jahreszeit draußen oder drinnen auf der Fensterbank (oder einem Platz mit Pflanzenlicht). Gegossen wird nach Bedarf.
  6. Beginnend nach etwa zwei Wochen wird gelegentlich mit einem organischen Dünger gedüngt - es gibt beispielsweise flüssigen Bio-Gemüse-/Kräuterdünger*, den man dem Gießwasser beimischen kann.
  7. Überschüssiges Gießwasser vor allem bei trübem Wetter nicht im Untersetzer stehen lassen, sondern ausgießen.
  8. Schnittlauch und Petersilie treiben meist sehr schnell neu durch, man gießt und düngt sie, bis sie wieder erntereif sind. Dann muss man sie aber nicht mehr komplett abernten, sondern schneidet ab, was man gerade braucht. 
  9. Strauchartig wachsende Kräuter wie Salbei, Rosmarin oder Thymian wachsen nach dem Umtopfen auch schneller als vorher. Will man, dass sie buschig bleiben, kürzt man die Triebe ein. Der Nachtrieb ist dann auch weicher und oft besser zu verarbeiten.
  10. Nun kann man immer wieder ernten. 
Rosmarin und Salbei im Topf
Auch Rosmarin und Salbei bleiben bei mir im Winter draußen, allerdings direkt vor dem Terrassenfenster auf der Südseite.

Überwinterung von Topfkräutern

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Frostempfindliche Arten wie Basilikum können im Sommer draußen stehen, aber vor dem Frost müssen sie reingeholt und drinnen auf einer hellen Fensterbank aufgestellt werden.

Diese Kräuter kann ich bei mir (Südseiten-Terrasse) draußen überwintern: Schnittlauch und Thymian stehen bei mir ganzjährigig in einem Topfregal. Rosmarin und Salbei werden draußen direkt vor dem bodentiefen Fenster überwintert - was an einem weniger warmen und weniger geschützten Platz ein gewisses Risiko birgt, wenn der Winter hart wird; dort wäre es sicherer, mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Salbei so wie mediterrane Zier-Kübelpflanzen frostfrei und hell in einem Gewächshaus oder auf einer hellen Fensterbank in einem ungeheizten Zimmer zu überwintern.

Bei Extremtemperaturen (wenn die Wettervorhersage etwa minus 15 °C Nachttemperatur ankündigt) erhalten meine Pflanzen kurzfristig zusätzlichen Schutz für die Nacht durch Vlies, Plastikhauben, Papiertüten, Zeitungspapier oder Kübelpflanzenschutz*. Tagsüber – vor allem, wenn es über Null Grad ist, entferne ich den Schutz.

Wichtiger Überwinterungstipp:
Bei der Überwinterung darauf achten, dass die Wurzelballen nie völlig austrocknen - auch nicht im eisigen, frostttrockenen Februar, andererseits sollen die Pflanzen aber auch nicht in nasser Erde stehen - da braucht man ein wenig Gefühl für das richtige Maß.

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Buchtipp:
Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau nutzen. Standortgerecht Gartenträume wahrmachen - vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Bienen-, Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8








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-> Gartenprobleme (Ameisen, Blattläuse, Rosenrost und anderes)

Freitag, 22. November 2019

Wie man den Abflussstöpsel aus dem Waschbeckenabfluss herausbekommt (Haushalts-/Reparaturtipp)

Ich habe mir einen neuen "Stopfen für den Excenter-Abfluss" gekauft - so heißt das Chromteil nämlich, das in meinem Waschbecken im Bad den Abfluss verschließt. Leider habe ich ihn gleich so im Abfluss versenkt, dass er sich nicht mehr bewegen ließ. Doch ich fand eine simple Lösung.

Der alte Waschbeckenverschluss sah nach Jahren der Misshandlung so oll aus, dass ich ihn auswechseln wollte. Andere Namen für den Waschbeckenverschluss sind Waschbeckenstopfen, Waschbecken-Ablaufverschluss, Ablaufstöpsel, Ekcenter-Stopfen und ähnliche Begriffe mehr. Mit einem Hebel am Waschbecken, welcher mit einem Gestänge unter dem Waschbecken verbunden ist, wird etwas im Ablauf bewegt, das den Stöpsel normalerweise wieder hochhebt, so dass das Wasser ablaufen kann. Normalerweise.

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Denn ich hatte meinen alten Abflussstöpsel herausgenommen und den neuen in das Abflussloch hineingesteckt, ohne darauf zu achten, ob ich seine Schraube am unteren Ende genügend herausgedreht hatte. Nur dann reicht sie nämlich bis zu der Vorrichtung im Abfluss, die über den Hebel und das Gestänge dazu gebracht wird, von unten gegen sie und damit den Stöpsel zu drücken und ihn hochzuheben. Meine Stöpselschraube reichte nicht.

Da saß der Waschbecken-Abflusstöpsel also und blinkte mich blöd an. Auf den Hebel reagierte er nicht, nicht einen Millimeter.

Ich versuchte, ihn mit den Fingernägeln herauszubekommen. Klappte nicht. Dünnes Küchenmesser. Klappte nicht.

Warum habe ich nicht so einen mit einem draufsitzenden Badeentchen gekauft, ärgerte ich mich.

Ich guckte im Internet in den Frage-Antwort-Portalen: Ich solle unter dem Waschbecken was an dem Hebegestänge machen, wurde da geraten. Ich schob also den Badezimmerschrank zur Seite und kletterte unter das Waschbecken. Und nun? Der Winkel von dem Gestänge ließ sich nach meinem Laieneindruck nicht so weit verstellen, dass es zu einem Kontakt mit meinem Abflussstopfen geführt hätte, und sonst wusste ich nicht, was ich da tun sollte.

Diese Aktion hat also nichts gebracht außer einem Gute-Hausfrau-Gefühl, weil ich nebenbei den Boden unter dem Waschbecken geputzt und den Badezimmerschrank abgewischt hatte. Beides war schon länger fällig gewesen.

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Ich versuchte es noch einmal von oben - mit meinen Fingernägeln, mit dem Messer und mit Kosmetikproben in scharfkantigen, flachen Aluverpackungen. Doch nichts ließ sich unter den Stopfen schieben, um ihn zu lösen.

Ich könnte es mit dem Pümpel versuchen!

Doch bevor ich in die Garage ging, um die Gummisaugglocke zu holen, mit der man normalerweise Verstopfungen in Abflüssen löst, fiel mein Blick auf die Pflasterdose im Badezimmer-Regal. Ah! Das könnte dieeeee Lösung sein.

Haushaltstipp für das Herausziehen vom Waschbeckenstöpsel aus dem Wasserablauf

Ich tupfte die Oberseite des Waschbeckenstöpsels mit Toilettenpapier trocken, und klebte ein Stück Pflaster darauf. Und oh Wunder: Der Stöpsel ließ sich sofort aus dem Abfluss herausheben.

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Mittwoch, 20. November 2019

Horoskope – Abzocke, Unterhaltung, Glaube oder eine universelle Wahrheit? Mein ziemlich persönlicher Blickwinkel und Einladung zur Blogparade

Können Sternzeichen, die vor Tausenden von Jahren auf Basis der damals beobachtbaren Sternenkonstellationen festgelegt wurden, etwas über Wesenszüge eines Menschen aussagen? Oder kann der Planetenstand darüber Auskunft geben, wie mein seelischer Zustand, mein Liebesleben und mein beruflicher Erfolg nächste Woche sein werden? Ich persönlich glaube nicht an Astrologie, aber trotzdem finde ich Horoskope unterhaltsam und manchmal sogar hilfreich, denn sie können richtig genutzt zu wertvollen Erkenntnissen über sich selbst führen. (Meinung, Kommentar)

Tierkreiszeichen-Mosaik in einer Synagoge aus dem 6. Jahrhundert in Israel. | Bild: Wikimedia Commons | Gemeinfrei

Ich bin eher der wissenschaftliche Typ. Ich glaube nicht an Horoskope. Für mich persönlich ist die Astrologie eine andere Art der Signaturenlehre - diese behauptet, dass Pflanzen beispielsweise durch Ähnlichkeiten zeigen, wofür sie gut sind: Bohnenkerne seien wegen der ähnlichen Form hilfreich bei Nierenleiden, Walnüsse bei Problemen mit dem Gehirn und Brennesseln wegen ihrer behaarten Blätter gegen Haarausfall.

Astrologie und die Signaturenlehre sind meiner Meinung nach Meilensteine der Wissenschaftsgeschichte. Sie zeigen, dass Menschen seit Jahrtausenden beobachten und versuchen, Zusammenhänge zu finden – nicht zuletzt, um das Leben etwas planbarer und sicherer zu machen. So haben wir uns weiterentwickelt.

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Doch heute gibt bessere Methoden als Signaturenlehre oder Astrologie und zutreffendere Erkenntnisse als damals: So wie die Inhaltsstoffe von Pflanzen, die bei empirischen Untersuchungen eine Heilwirkung zeigen, heute bis ins Kleinste analysiert werden und darauf basierend nach anderen Heilpflanzen mit ähnlichen Wirkstoffen gesucht oder darauf basierend Medikamente entwickelt werden können, so beschäftigen sich andere Wissenschaftler, Mediziner, Psychologen, Soziologen heute mit allen (uns heute bekannten) Faktoren, die Charakter, Verhalten, Gesundheit, Lebensqualität und in gewissem Maße die Zukunft eines Menschen prägen – von den Erbanlagen über das soziale Umfeld bis zu Umwelteinflüssen.

Aber auch wir und unsere heutigen Erkenntnisse werden in hundert Jahren wahrscheinlich nur noch ein Stück Wissenschaftsgeschichte sein.

Mein selbst programmiertes, nicht ganz ernst gemeintes Horoskop:
(Zum Horoskop auf das Bild klicken/tippen)

Zum Horoskop hier klicken/tippen


Also sind Horoskope nur Abzocke?

Aus Horoskopen lässt sich viel herauslesen. Weil sie so wage formuliert sind, scheinen sie oft zu stimmen. Leute, die anderen Horoskope verkaufen, glauben entweder selbst daran oder sie wollen aus der Gutgläubigkeit anderer Geld machen.

Als Gartenbau-Ingenieurin und Informatik-Nerd halte ich mich lieber an wissenschaftliche Fakten, statt die Astrologie und andere „Wahrsagerei“ zu romantisieren. Ja, es gibt wahrscheinlich mehr Beziehungen zwischen anderen Himmelskörpern und den Menschen auf der Erde, als Menschen bisher wissen und erfassen können, aber das heißt nicht, dass die Tierkreiszeichen tatsächlich etwas über einen Menschen aussagen oder der Stand der Sterne bestimmt, welches Schicksal wir morgen erfahren (außer bei einem Himmelskörper handelt sich um einen Asteroiden, der gerade auf die Erde zurast).

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Muss man an Horoskope glauben wie an eine Religion?

Meine persönliche Antwort: Ich kann zwar an Gott glauben, weil ich mich dafür entschieden habe beziehungsweise es zulasse, aber nicht an Astrologie. Astrologie ist meiner Meinung nach Geschichte!

[Apropos, Glaube: Ich glaube an Gott, aber nicht an die Bibel: Sie ist für mich ein von Männern geschriebenes Buch voller überlieferter Erzählungen, deren Teile über Jahrtausende entsprechend der jeweiligen Zeit verändert wurden – trotzdem stehen da interessante Dinge drin.

Und Gott ist für mich persönlich weder Mann noch Frau, nicht mal ein Lebewesen, sondern einfach alles. Wobei ich die Vorstellung von einer Wiedervereinigung mit geliebten Menschen und Tieren nach dem Tode tröstlich finde – ich glaube allerdings nicht, dass dieses Wiederfinden in Engelsgestalt mit Flügeln stattfindet, sondern dass man wieder zum Teil des großen Ganzen wird, weil die Bausteine und Energie im ständig neu Entstehenden ewig leben. Und in dem Zustand gibt es nichts Trennendes mehr, weil es kein eigenes trennendes individuelles Bewusstsein mehr gibt. Und Jesus? Für mich ist jedes Lebewesen, das leiden muss, ein Jesus, welches das letztendlich für uns alle tut. Wir müssen dem einen Sinn geben, indem wir daraus lernen, demütig und dankbar zu sein, das Leben zu schätzen, aus eigenen und Fehlern anderer zu lernen und mehr Acht auf sich selbst und andere zu geben. ]

Astrologie und andere Wahrsagerei kann gefährlich sein

Als Jugendliche und jüngere Erwachsene war ich fasziniert davon, Horoskope zu lesen und Handlinien oder Tarotkarten zu deuten – meistens fand ich sie oder Anleitungen in Frauenzeitschriften. Es war für mich in diesem Alter mehr als nur unterhaltsam: Ich hoffte bei jedem Horoskop, dass es mir meine idealen Charaktereigenschaften zuschreiben würde, was mich selbstsicherer machen und mir Ausstrahlung verleihen würde. Ich wollte geliebt werden und suchte Anerkennung über die Bestätigung meiner Tagträume und Wünsche. Aber so wichtig es bei bestimmten Vorhaben ist, am Ball zu bleiben und nicht gleich aufzugeben, wenn es schwierig wird, so ungesund kann es sein, wenn man sich in romantische Träumereien so verstricken lässt, dass man die Realität nicht mehr sieht und reagiert, sondern in unguten Situationen und Mustern verharrt.

Ich habe aber auch eine Erinnerung an eine Wahrsagung, die mir bis heute eine Gänsehaut verursacht: Eine Frau aus der weiter entfernten Verwandtschaft las mir als Jugendliche bei einer Familienfeier die Karten und sagte mir eine beängstigende gesundheitliche Konstellation voraus. Tatsächlich wurde diese Vorhersage real zwar nie diagnostiziert, aber im übertragenen Sinne könnte man - mit viel gutem Willen – einen Aspekt meines Lebens dahingehend interpretieren und ich frage mich, ob das eine sich selbst erfüllende Prophezeiung war. Jedenfalls können meiner Erfahrung nach Wahrsagerei und Horoskope (nicht nur) auf Kinder und Jugendliche eine negative Wirkung haben, wenn man diese damit allein lässt.

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Die Wahrheit hinter den Horoskopen

Fast immer gibt es für die Aussagen in Horoskopen, bei KartenleserInnen und anderen Wahrsagern zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten und je besser das "Medium" vorher über den Klienten oder die Klientin recherchiert hat und aus der Körpersprache und anderer Signale eines Menschen lesen kann, desto treffender werden die Aussagen sein. Doch das hat nichts mit der Astrologie selbst zu tun.

Wenn in einem Zeitschriften-Horoskop beispielsweise steht: „Am Mittwoch kann es turbulent werden. Behalten Sie einen kühlen Kopf.“ Dann kann sich das auf ein entscheidendes Gespräch mit dem Chef beziehen oder auf einen angebrannten Kuchen. Alles ist möglich.

Es kommt darauf an, welche Assoziationen man hat, und was man aus diesen macht.

Man hat meiner Meinung nach den größten Nutzen von Horoskopen und anderen Wahrsagungen, wenn man bewusst reflektiert, was man selbst aus den Zuschreibungen und Vorhersagen heraushört. „Am Mittwoch kann es turbulent werden. Behalten Sie einen kühlen Kopf.“ Bei so einer Ansage werden bei mir persönlich eher Ängste geweckt, in Anforderungen zu ertrinken, und nicht etwa, wie möglicherweise bei jemand anderem, Vorfreude auf Tohuwabohu und reges Leben. Das alleine sagt schon etwas aus. Und ebenfalls, ob man als erstes an eine Situation im Job oder im Privatleben denke. Und an was genau? Daran, dass man morgens vor der Arbeit mehrere Kuchen für die Kollegen backen muss, weil man an dem Tag Geburtstag hat? An die Bahnfahrt zur Arbeit mit einer Freundin, mit der man kürzlich eine kleine Meinungsverschiedenheit hatte? Das wichtige Meeting in der Arbeit, bei dem man einen einführenden Vortrag halten soll? An das Date am Abend mit einer Person, die man schon lange näher kennen lernen wollte?

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Horoskope können also meiner Meinung nach hilfreich sein, wenn man sie nicht als Vorhersage nimmt, sondern als Möglichkeit, zu reflektieren, sich selbst besser kennenzulernen und daraus folgernd entsprechend zu gestalten.

Assoziationen sind hilfreich, etwas über sich zu erfahren, aber auch sie sind nicht der Blick in die Zukunft 

Ja, Intuitionen können manchmal eine Lösung aufzeigen, die das Unterbewusstsein bereits gefunden hat, die aber noch nicht beim Bewusstsein angekommen ist. Es ist aber meiner Erfahrung nach ein Trugschluss, daraus zu folgern, dass auch Träume oder Assoziationen ein Blick auf die noch unbekannte Zukunft sind. Sie sagen zunächst einmal nur etwas über Ängste, innere Kämpfe, Wünsche und Ähnliches aus. Und man hat viele Möglichkeiten, auf die Assoziationen zu reagieren: Beispielsweise kann man den Kuchen am Vorabend backen oder beim Bäcker kaufen, die Freundin bitten, das ausstehende Gespräch um einen Tag zu verschieben, sich auf das Meeting bestmöglich vorbereiten und so weiter.

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Mein Horoskop- und Wahrsager-Fazit

Horoskope und Wahrsagerei können Spaß machen, können aber meiner Meinung nach nicht den Charakter eines Menschen beschreiben oder die Zukunft vorhersagen. Man kann sie jedoch bewusst als Mittel benutzen, sich selbst besser kennenzulernen, entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen und zu reagieren. Mit Kindern und Jugendlichen sollte man über das Thema sprechen, damit sie nicht ausgenutzt oder verletzt werden können.

Zu diesem Artikel hat mich ein Beitrag über Horoskope bei Autorenexpress inspiriert.

Blogparade bis 31.3.2020 (wird eventuell verlängert)
Blogartikel oder YouTube-Vlogbeiträge, die sich auf meinen Artikel über Horoskope und Wahrsagerei beziehen (mit Verlinkung hierher), liste ich gerne hier mit einem Link auf:

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Montag, 19. August 2019

Zoll und Einfuhrabgaben beim Online-Einkaufen in den USA, China und anderen Nicht-EU-Ländern

So wie man nach dem Urlaub vom Zoll zur Kasse gebeten wird, wenn man mehr Waren mitbringt, als die jeweilige Einfuhr-Freigrenze erlaubt, so muss man auch für Waren, die man online im Nicht-EU-Ausland bestellt, Einfuhrabgaben bezahlen. Hier erfahren Sie, wie das geht und welche Einfuhrabgaben ab welchem Schwellenwert anfallen.

Lieferung von Jeffree Star Cosmetics aus den USA nach Zollabwicklung endlich da
Alles, was aus einem Nicht-EU-Land geliefert wird, wird vom deutschen Zoll kontrolliert. Nur wenn der Warenwert (Produktpreis + Versandkosten, wenn diese in Rechnung enthalten) unter den Schwellenwerten für Einfuhrumsatzsteuer und Zoll liegt und es sich nicht um hochsteuerbare Waren wie Alkohol, Tabakwaren und Kaffee handelt, fallen keinerlei Einfuhrabgaben an.

Im Internet locken die neuesten Elektronik-, Sportmode-, Hautpflege- und Beauty-Artikel aus den USA oder preisgünstiger Haarschmuck, Elektronikzubehör, Bastelbedarf, Boho-Mode, Modeschmuck und vieles andere aus China. Mit einem Klick sind sie im Einkaufswagen. Geht man zur virtuellen Kasse stutzt man kurz angesichts der hohen Versandkosten, an die man nicht gedacht hatte, aber nach einem Schulterzucken und zwei weiteren Klicks sind die Waren bestellt und sogar schon bezahlt (beispielsweise mit Paypal). Dann heißt es warten, denn die Lieferung von soweit her kann dauern – eine Expresslieferung hätte sie zwar beschleunigt, ist aber noch teurer und anscheinend auch nicht bei jedem Anbieter zuverlässig schneller. Also wartet man. Und während man sich fragt, wo die Bestellung denn nun bleibt und ob das eine seriöse Firma war, bei der man bestellt hat, liegt plötzlich ein Schreiben vom Zollamt im Briefkasten. Es folgt das böse Erwachen für alle, die die Forderungen des deutschen Zolls (Einfuhrabgaben) verdrängt hatten.

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Beim Kauf in Nicht-EU-Ländern fallen zusätzliche Kosten an


Verbrauchsteuern
Auf sogenannte hochsteuerbare Waren wie Alkohol, Tabakwaren und Kaffee werden grundsätzlich Verbrauchsteuern erhoben.

Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer (beziehungsweise 7 Prozent bei Lebensmitteln, Büchern oder Gemälden) werden schon ab einem Einfuhrwert von 22 Euro (beziehungsweise inoffiziell ab 26,30 Euro, siehe unten bei Kleinbetragsregelung) erhoben. Wenn es sich um ein gelegentliches Geschenk einer Privatperson zu nichtkommerziellen Zwecken handelt, wird erst ab 45 Euro Einfuhrwert eine EUSt fällig. Liegt der Einfuhrwert unter dem Schwellenwert, greift die Zollbefreiungsverordnung (nicht jedoch für Alkohol, Parfums, Tabak).

Zölle
Zölle werden ab einem Einfuhrwert/Zollwert (beispielsweise Produktwert plus in Rechnung ausgewiesene Versandkosten) von 150 Euro erhoben, falls die Ware zollpflichtig ist. Jede Ware hat einen eigenen Zollsatz, beispielsweise textile Bekleidung: 12 Prozent Zoll, Fantasieschmuck: 4 Prozent, digitale Fotoapparate/Notebooks: 0 Prozent, Objektive: 6,7 Prozent.

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(Tasche bei Amazon.de*)



Reihenfolge der Berechnung:
  1. Zollbetrag
  2. Verbrauchsteuer
  3. Einfuhrumsatzsteuer
Zuerst werden Zollbetrag und Verbrauchsteuer ausgerechnet und diese auf den Warenwert/Zollwert aufgeschlagen. Für die Gesamtsumme wird dann die Einfuhrumsatzsteuer errechnet. Zollbetrag, Verbrauchsteuer und Einfuhrumsatzsteuer werden dann addiert und müssen als Einfuhrabgabe bezahlt werden.

Kleinbetragsregelung
Liegen die errechneten Einfuhrabgaben unter 5 Euro, verzichtet der deutsche Zoll auf die Erhebung. Wenn man das einkalkuliert, beträgt der inoffizielle Schwellenwert zur Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland 26,30 Euro.

Zollbegünstigungen
Für Waren aus manchen Ländern gibt es Zollbefreiungen, dann wird beispielsweise nur die Verbrauchsteuer und/oder lediglich die Einfuhrumsatzsteuer erhoben (Länderliste).

Meine persönliche Erfahrung als private Konsumentin mit dem Zoll

Aus dem nichteuropäischen Ausland habe ich mir bisher beispielsweise bestellt: Sporthandschuhe und Indie-Make-up-Produkte (aus USA), Natur-Gesichtspflegemittel (Kanada), Haarschmuck und Bastelsteine (China). Die Kleinteile aus China waren so günstig, dass ich gar nicht über die 22 Euro kam. Anders mit den Produkten aus den USA – die Lieferzeit war lang, die Gebühren (Einfuhrumsatzsteuer) nicht unerheblich, und die Aufregung bei jedem Mal groß.

Wichtig:
Man sollte in der Zeit, in der mit dem Eintreffen der Ware zu rechnen ist, täglich den Briefkasten überprüfen, denn man muss innerhalb weniger Tage auf den Bescheid vom Zoll reagieren: entweder hinfahren und die Sache persönlich regeln oder ein Formular ausfüllen und dieses mit Kopien der Rechnung und der Paypal-Abrechnung zum Zollamt schicken, sodass dort nachvollzogen werden kann, was man tatsächlich in Euro bezahlt hat und um welche Art Waren es sich handelt.
Da mein Zollwert unter 150 Euro lag, wurde nur die Einfuhrumsatzsteuer ausgerechnet und gleich beim Zollamt kassiert (beim ersten Mal bin ich voller Panik hingefahren) oder, wenn ich die Belege per Post zugeschickt hatte, kam das Paket dann einige Zeit später per Nachnahme zu mir nach Hause und der Postbote kassierte die Einfuhrabgaben plus eine Nachnahmegebühr für das Abkassieren im Auftrag.

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Nachtrag:
Bei meiner letzten Bestellung in den USA habe ich versucht, unter 26,30 Euro (inoffizieller Schwellenwert zur Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland) zu bleiben. Es war schwierig, weil die Versandkosten sehr hoch sind und beim Zoll-Warenwert mitgerechnet werden müssen. Es war in diesem Fall nur wegen eines Rabattcodes möglich, der vorher in Social Media für eine spezielle Aktion bekanntgegeben worden war. Und unglaublich aber wahr: Die Ware war 4 Tage nach der Bestellung bei mir - ganz ohne Zoll-Tohuwabohu. Allerdings war ich überrascht, dass der von mir gewählte Standard-Versand tatsächlich von FedEx ausgeführt wurde. Ob mein sehr erfreuliches "Kundenerlebnis" eine Ausnahme oder ein Versehen war oder ob diese Liefergeschwindigkeit die Regel ist, weiß ich leider nicht..

Nur 4 Tage von Kalifornien nach Bayern: Zoll-Warenwert (nach 30 % Rabatt) zuzüglich Standard-Versandkosen (12 US-Dollar) insgesamt 27,40 US-Dollar (per Paypal gezahlt: 25,57 Euro). Ohne Zoll kann es also fix gehen - mit dem verblüffenden Tempo hat aber offensichtlich auch Gerard Cosmetics (Shipping Info) nicht gerechnet.
T-Shirt aus der Cherry Blossom Kollektion von Gamer Ninja bei Killer Merch (Chatsworth in Kalifornien/USA).
Wegen der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Krise dauerte es natürlich länger. 

Fazit

Bevor man im Nicht-EU-Ausland bestellt, sollte man sich fragen, ob die Produkte die Warterei, den Aufwand und die zusätzlichen Kosten wert sind. Für langweilige Alltagsartikel würde ich mir das Tohuwabohu nicht antun, aber für Besonderheiten gerne wieder. Ich habe bisher nicht einen meiner Online-Einkäufe in fernen Ländern bereut.

Schön wäre es, wenn der Zoll die Abwicklung vereinfachen würde - denn die Gebühren finde ich weniger belastend (wir zahlen hier ja auch Umsatzsteuer) als den Aufwand und die Angst, nicht rechtzeitig auf den Bescheid vom Zollamt reagieren zu können.

Ich fände eine Information per E-Mail und die Möglichkeit auf einer Zoll-Website online zu zahlen beispielsweise eine praktikable Lösung für viele Menschen, die auch den Zoll entlasten würde.

* Werbelink

Disclaimer:
Ich recherchiere zwar sorgfältig, aber alle Angaben hier sind ohne Gewähr.

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Montag, 29. Juli 2019

Eigenes Auto oder Carsharing?

Als Verbraucher hat man oft etwas zu meckern - und das zu Recht. Heute will ich mich allerdings mit mir selbst als Verbraucherin kritisch auseinandersetzen: Bin ich in der Lage, meine Flexibilität und Bequemlichkeit zugunsten von Ökogewissen, Sparen und Vernunft aufzugeben? Oder genauer gefragt: Kann ich auf mein eigenes Auto verzichten, nur weil es Sinn macht? (aktualisiert 2019)

Muss ich ein eigenes Auto haben oder soll ich an einem
Carsharing-Projekt teilnehmen?

Eigentlich ist direkt vor unserem Haus eine Bushaltestelle, von der aus man mit dem Bus in wenigen Minuten zum Bahnhof oder in die Innenstadt kommt. Eigentlich ist der Bahnhof auch zu Fuß in 15 Minuten zu erreichen.

Eigentlich arbeite ich von zu Hause aus und muss selten zu Kunden oder Veranstaltungen. Eigentlich muss ich selten über Land fahren - und wahrscheinlich wäre das Taxifahren bei den wenigen Gelegenheiten billiger als der ganzjährige Unterhalt eines eigenen Autos mit all den Wartungen, Steuern und Versicherungen.

Eigentlich gibt es hier am Ort ein altbewährtes Carsharing-Projekt (Stadtteilauto Freising e. V.,), an dem ich vor Jahren schon einmal teilgenommen habe und zufrieden war.

Eigentlich ist es für mich ein Luxus, ein eigenes Auto zu haben, da ich es im Durchschnitt nur einmal pro Woche kurz bewege und selten länger.

Alle meine beruflichen und privaten Fahrten könnte ich auch anders organisieren. Eigentlich.

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Aber: Ich habe mich so daran gewöhnt, dass MEIN AUTO startbereit in der Tiefgarage steht. Ich freue mich, wenn ich es sehe und ich bin mir fast sicher: Hätte es einen Schwanz, würde es damit wedeln, wenn ich um die Ecke komme.
(Nachtrag: Weil ich so selten fahre, treten inzwischen immer wieder Probleme mit der Batterie auf, da guckt es dann eher vorwurfsvoll).

Besonders wenn es draußen so richtig saut oder ich ausnahmsweise einen schlechten Tag habe, ist MEIN AUTO (nennen wir es Charlie*) ein wunderbarer Trost: einfach schnell reinspringen, erledigen, was zu erledigen ist, und hinterher bequem und trockenen Fußes in der Tiefgarage wieder aussteigen. Gäbe es bei uns Drive-ins/Drive-throughs, würde ich an solchen Tagen das Shoppen gleich in Hausschuhen... Okay, ich höre lieber auf, bevor man mich für dekadent hält.

Jedenfalls: Charlie zu haben ist schön. Schöner Luxus.

Und dieser Luxus hat seinen Preis:
  • Geld
    Etwa 3.500 Euro kostet ein eigenes Auto im Durchschnitt pro Jahr, steht auf der Seite von Stadtteilauto Freising e. V., einem Carsharing-Projekt. Ich hab's nachgerechnet: Ja, stimmt in meinem Fall (Leasingwagen/Mittelklasse) in etwa. Die Kosten beim Carsharing sind abhängig von den gefahrenen Kilometern. Carsharing lohnt sich laut Stadtteilauto Freising e. V., wenn man das Auto nicht täglich braucht und weniger als 12.000 Kilometer pro Jahr fährt. Trifft beides auf mich zu.
  • Freiheit
    Ich muss für das derzeitige eigene Auto 3.500 Euro unterm Strich jährlich erwirtschaften, bin also weniger flexibel, was die Art und Menge meiner Aufträge als Freiberuflerin angeht. Ich könnte mit dem Geld etwas anderes anfangen oder mir den Luxus leisten, weniger zu verdienen. Beim Carsharing zahle ich nur, wenn ich tatsächlich einen Wagen buche - was man aber zugunsten von öffentlichen Verkehrsmitteln erfahrungsgemäß immer öfter sein lässt. Ein weiterer Vorteil von Carsharing: Ich habe mehrere Autos in verschiedenen Größen und sogar einen Anhänger zur Verfügung. Außerdem kann man sogar verbilligt mit der S-Bahn fahren und noch einige andere Vorteile mehr. Buchen geht über Telefon und Internet.
  • Belastetes Ökogewissen
    Jedes Auto verbraucht durch seine Herstellung und im Betrieb jede Menge Ressourcen und belastet die Umwelt. Ein Carsharing-Auto ersetzt laut Stadtteilauto ungefähr 6 Privatwagen, wäre also viel nachhaltiger.

Es führte damals kein Weg dran vorbei: Ich musste Charlie abgeben, damit ihn jemand bekam, der ihn dringender brauchte. Ganz konnte ich einen eigenen Wagen jedoch nicht aufgeben, sondern habe ihn durch einen wesentlich kleineren Leasingwagen ersetzt und diesen am Ende der Leasingzeit sogar übernommen.

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Wer plagt sich noch mit solchen Gedanken? Vielleicht sollten wir eine Selbsthilfegruppe gründen.

Als mein Leasing-Vertrag damals auslief und ich die Wahl hatte, das Auto zu übernehmen, den Vertrag zu verlängern oder zu beenden, fielen mir einfach nicht genügend Gründe ein, um Charlie guten Gewissens zu behalten. Als ich das Auto anschaffte, war ich in einer anderen Situation gewesen (und hatte auch auf das Finanzamt und die Absetzbarkeit von der Steuer gehofft, aber der winzige Betrag, der in meinem Fall jährlich anerkannt wird, deckt meine Nebenkosten nichtl.

Wegen der ständigen Probleme mit der leeren Batterie (weil ich nur selten fahre), mache ich mir allerdings wieder diese Gedanken: Eigenes Auto oder Carsharing? Was mich derzeit noch abhält, ist die Vorstellung, keinen Wagen zu haben, wenn ich noch älter und mal krank bin und Dinge erledigen muss.

Wie löst ihr/lösen Sie solche Entscheidungsfragen?

* Name von der Redaktion geändert

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Freitag, 19. Juli 2019

Kaffee aufbrühen mit Porzellanfilter - ein wiederentdeckter Trend

In meiner Kindheit war das Kaffeeaufbrühen im Porzellanfilter die Normalität, dann zogen zuerst die Kaffeemaschinen in die Küchen ein und in den letzten Jahren regelrechte Wunder-Cappuccino-Latte-Macchiato-Ich-kann-alles-Kaffeeautomaten. Nun besinnen sich viele wieder auf "Hand Brewed Coffee" bzw. "Manually Brewed Coffee", den guten alten handgebrühten Filterkaffee.

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Ich liebe Kaffee, aber ich bin kein ausgesprochener Kaffeegourmet, obwohl ich bevorzugte Sorten und Zubereitungen habe. Ich trinke aber auch gerne den übriggebliebenen Kaffee kalt mit Milch und sogar schwarzen Tee.

Aber der Kaffee aus meiner alten Standardkaffeemaschine mit Warmhalteplatte schmeckte mir schon lange nicht mehr, er hatte einen bitteren verbrannten Nachgeschmack. Entkalken half dagegen auch nicht mehr.

Was also tun? Ich hatte weder Lust auf eine neue Kaffeemaschine dieser Art noch auf eines der modischen Hochglanz-Kombi-Kaffee-Milchschäumer-Semiprofiautomaten für mehrere Hundert Euro - abgesehen davon, dass bei mir der Platz für Küchengeräte sehr knapp bemessen ist. Und an ein Pad- oder Kapselsystem verschwende ich schon aus Umweltgründen keinen Gedanken.

Ich erinnerte mich an die alten Zeiten, als Mutter, Oma und Tanten noch mit aufgesetztem Porzellanfilter* (eigentlich Filterhalter) auf der Kaffeekanne den Kaffee aufbrühten. (Bei der Erinnerung fällt mir auf, dass ich in meiner gesamten Kindheit und Jugend - in der Brewed-Coffee-Zeit der Sechziger- und auch noch Siebziger-Jahre des letzten Jahrhunderts im letzten Jahrtausend (oh Gott, ich bin ein Dinosaurier) - nie einen Mann beim Kaffeeaufbrühen sah. Trauten sie sich das nicht zu?

Jedenfalls wollte ich dem guten, alten Porzellanfilter eine neue Chance geben. Zum Warmhalten täte es ja auch die Thermoskanne, die seit langem unbeachtet im Regal steht - abgesehen davon, dass ich auch Eiskaffee oder kalten Kaffee mit Milch gerne mag -, und für das Milchschäumen brauche ich auch keinen Automaten, da gibt es kleine, handliche Geräte. Ich bin auch nicht jemand, der jeden Tag viel Schnickschnack braucht, das hebe ich mir lieber für besondere Gelegenheiten auf - mit besonderen Menschen und mit besonderen Geschmackserlebnissen.

Gesagt, getan und Porzellan-Kaffeefilter angeschafft. Bei der Recherche im Internet zu Kaffeefiltern fiel mir auf, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der sich erinnert hat und sich für altmodisches Kaffeeaufbrühen interessiert. Ich fand heraus, dass es verschiedene Filterarten und diese mit vielen unterschiedlichen Bewertungen gibt. In diesen Bewertungen entdeckte ich auch hilfreiche Informationen, worauf man beim Filter und Filtern achten sollte. Offensichtlich sollte der Porzellanfilter innen Rillen haben, damit das Papier nicht so sehr am Filter klebt und dann das Wasser zu langsam abläuft. Manche kannten auch noch Tricks, beispielsweise das Filterpapier auf besondere Weise anzufalten oder einen Löffelstiel unter den Papierfilter in den Porzellanfilter schieben - beides wurde aus dem gleichen Grund empfohlen wie die Rillen: schnellerer Wasserdurchlauf. Überhaupt: Nicht nur die Kaffeesorte, die Technik der Zubereitung und die Wasserqualität scheinen Einfluss auf den Geschmack zu haben, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der das Wasser durchläuft.
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Das Prinzip ist, so lernte ich: Langsames Brühen macht den Kaffee bitterer. Wer das nicht will, muss für schnelles Durchlaufen sorgen.

Den Porzellan-Kaffeefilter habe ich nun seit einem Monat im Einsatz. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden: Der Kaffee schmeckt wieder richtig gut und aromatisch, ohne bitter zu sein.

Der gute Kaffeegeschmack wird möglicherweise auch noch dadurch unterstützt, dass ich mein Leitungswasser inzwischen filtere, bevor ich es im Edelstahl-Elektrokocher zum Kochen bringen. Diesen Wasserfilter habe ich mir zwar nicht wegen des Kaffee- oder Teegeschmacks zugelegt, sondern weil mein Elektrokamin mit Fakeflammen aus Wasserdampf gefiltertes Wasser verlangt. Aber wo der Filter schon mal da ist ...

So funktioniert mein altmodisches Kaffeeaufbrühen
  1. Porzellanfilter auf die Kaffeekanne stellen 
  2. Umgedrehten Löffel oder ähnliches in den Filter lehnen 
  3. Papierfilter hineinstellen 
  4. Gemahlenen Kaffee in den Filter geben (ca. 1 gehäufter Kaffeelöffel pro Kaffeebecher, ich mische koffeinfreien mit normalem (Schon-)Kaffee) 
  5. Kochendes Wasser über den Kaffee gießen, bis das Wasser bis zum Rand steht 
  6. Warten, bis das Wasser durchgelaufen ist, dann wieder aufgießen 
Kosten für den Porzellanfilter: ca. 14,50 Euro

Vorteile des Porzellanfilters
  • Guter Kaffeegeschmack
  • Günstiger Preis
  • Gut zu reinigen, auch die Spülmaschine übersteht der meine gut
  • Keine Material- und Energieverschwendung bei der Herstellung
  • Keine Material- und Energieverschwendung beim Einsatz 
  • Kein Verschleiß
  • Unendliche Lebensdauer
    (möglicherweise geht der Porzellanfilter kaputt, wenn man ihn auf einen Steinboden wirft - das möchte ich nicht ausprobieren)

Fazit: So ein Porzellanfilter ist eine gute Investition! 

Ich kann das altmodische Kaffeeaufbrühen auf jeden Fall empfehlen - verstehe aber, dass es für manche Menschen in manchen Situationen zu viel Zeit und Geduld erfordert. Manchmal erfordert es aber auch nur eine andere Taktik, um die Zeit zwischen dem Aufbrühen gut zu nutzen (beispielsweise kann man währenddessen die Spülmaschine ausräumen). Aber grundsätzlich stimmt es natürlich: Was das Kaffeeaufbrühen betrifft, ist man klar im Vorteil, wenn man im Homeoffice arbeitet!

Nun suche ich noch eine schöne Retro-Porzellankanne.

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PS: Inzwischen bin ich auch bei den Kaffeesorten wählerischer geworden und habe mich zum Bio-Kaffee*-Gourmet entwickelt.
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Montag, 20. August 2018

Abfluss verstopft, was tun? (DIY)

Alle Jahre passiert es wieder: Ein Abfluss ist verstopft. Mal ist es der Abfluss in der Küchenspüle, mal in der Dusche und seltener im Waschbecken. Und jedes Mal suche ich mit der Suchmaschine nach Lösungen für verstopfte Abflüsse. Man findet viele, aber was funktioniert wirklich?


Der Pümpel* hat gewonnen. Die Verstopfung im Abflussrohr wurde besiegt.

Vor ein paar Tagen war es mal wieder so weit: Der Abfluss in der Küchenspüle funktionierte nicht – das Wasser lief nur noch in Zeitlupe ab. Eigentlich schien es gar nicht abzulaufen, aber wenn man nach 15 Minuten nachschaute, war es doch weg.

Da ich meinen alten, roten Pümpel (auch Pömpel, Saugglocke genannt) auf die Schnelle nicht fand, suchte ich im Internet nach anderen Lösungen. Diese Mittel gegen Verstopfung probierte ich sowohl einzeln, als auch in Kombination sowie in verschiedenen Reihenfolgen:
  • heißes Wasser, 
  • konzentriertes Spülmittel, 
  • Essig, 
  • Backpulver, 
  • Natron.
Aber nichts half! Leider war mein alter Pümpel immer noch nicht aufgetaucht und weil ich Angst hatte, dass auch die Spülmaschine Probleme bekommen könnte - denn für mich sieht es so aus, als nutzt sie den gleichen Abfluss -, bestellte ich mir einen neuen Pümpel. Zur Abwechslung wählte ich einen blauen und kleineren Ziehharmonika-Pümpel aus Kunststoff* (Größe S), wie er in anderen Ländern angeblich üblich ist und der sich unter der Spüle verstauen lassen würde. Und mit dem klappte es dann auch.

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Pümpel-Anwendung 

  1. Ich habe vor der Pümpel-Anwendung noch einmal konzentriertes Spülmittel und heißes Wasser in das Spülbecken mit dem verstopften Abfluss gegeben. 
  2. Als das Wasser etwas abgekühlt war und etwa 2 cm hoch im Spülbecken stand, habe ich den Pümpel im Randbereich leicht schräg aufgesetzt und die Ziehharmonika zusammengedrückt, so dass die Luft daraus entwich. 
  3. Dann rutschte ich ihn den Pümpel mit der rechten Hand am Stiel über den Abfluss, bedeckte mit der linken Handfläche den Wasserüberlauf am Beckenrand und zog dann am Pümpelstil. Es war ein saugendes Geräusch zu hören und der Pümpel löste sich, als der Unterdruck weg war. 


Die Schritte 2 und 3 musste ich etwa 10 Mal wiederholden (weil es nicht so einfach ist, den Überlauf luftdicht zu bedecken), dann plötzlich lief das Wasser sichtbar ab. Nach weiteren fünf Mal und viel Wasser war der Abfluss vollkommen frei. Der Pümpel hatte gesiegt! 

Übrigens hatte ich ähnliche Erfolge in den Jahren davor auch mit dem typisch deutschen Pümpel, der bekanntlich aus einem Holzstiel und einer roten Gummiglocke besteht. Nur weil ich mir sicher bin, dass demnächst mein alter Pümpel wieder irgendwo auftauchen wird, habe ich mir ein anderes und kleineres Modell gekauft und nicht etwa, weil ich mit dem alten unzufrieden war. 

Nur der Vollständigkeit halber: Ich habe auch eine Spirale, um Abflüsse frei zu bekommen – die habe ich aber erst einmal einsetzen können, da sie meist nicht durch das Abflusssieb passt, und auch in dem Fall hat erst der Pümpel damals den letzten Durchbruch geschafft. 

Der Sieger heißt Pümpel! 


Möglicherweise haben die vielen Versuche mit heißem Wasser, Essig und Natron vorher schon ein wenig zur Lockerung der Abflussverstopfung beigetragen, aber das Problem endgültig beseitigt hat erst der Pümpel. 

Wie kommt es zu verstopften Abflüssen? 


Natürlich habe ich mich gefragt, wieso der Abfluss im Küchenspülbecken verstopft war – schließlich spüle ich selten etwas von Hand. Aber möglicherweise ist gerade das die Ursache. Denn: Wie oft fallen (ungekochte) Nudeln, Couscous-Schrot, Tee, Kaffeesatz oder gar die Reste von ausgepressten Zitrusfrüchten in das Spülbecken und ich spüle sie nur kurz aus dem sichtbaren Beckenbereich? Ziemlich oft. Möglicherweise liegen diese Reste dann irgendwo in einer Rohrbiegung und quellen auf. Ich sollte also in Zukunft besser aufpassen, vielleicht auch ein zusätzliches Sieb über den Ablauf legen. 

Beim Abfluss in der Dusche und im Badezimmer-Waschbecken sind vor allem meine langen Haare, kleine Tubenverschlüsse, die mir aus der Hand fallen, sowie abgelöste Fetzen von Etiketten ein Problem. Deshalb stochere ich inzwischen erst einmal mit einer Häkelnadel (es gibt auch Abflussangeln mit Widerhaken), ob sich etwas lösen und herausziehen lässt, bevor ich andere Maßnahmen ergreife, den Abfluss in der Dusche freizubekommen. 

Mit der Toilette hatte ich glücklicherweise noch nie Probleme. Außer menschlichen Ausscheidungen und normalem Toilettenpapier kommt nichts hinein, alles andere, auch feuchtes Toilettenpapier und Slipeinlagen, wird in einem Eimer mit einer Plastiktüte entsorgt, der in Reichweite steht. Im Zweifelsfall spüle ich eher einmal zu oft als zu wenig. 


Fazit: 
Möglichst nichts Quellbares, Anhaftendes oder Verhärtendes in den Abfluss hineinfließen lassen, vor allem nicht, ohne viel Wasser nachzuspülen. 

Ein Pümpel gehört in jeden Haushalt! Man sollte nur nicht vergessen, wo man ihn verstaut hat.


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Sonntag, 12. November 2017

Mein Elektrokamin mit täuschend echten 3D-Flammen

Einer der tollsten Einrichtungsgegenstände, die ich mir jemals geleistet habe, ist mein Elektrokamin. Wochenlang habe ich davon geträumt, mir einen Kamin anzuschaffen - meine Wohnung hatte nach fast 20 Jahren nicht nur einen neuen Fußboden und frische Wände nötig, sie benötigte einen weiteren optischen Kick. Da ich keinen Kaminanschluss in der Wohnung habe, an dem man einen Kamin oder Ofen mit realem Holzfeuer anschließen kann, und da ich andererseits zu viel Respekt vor Gas- und Gelkaminen in Wohn- und Schlafräumen habe, habe ich mich für einen Elektrokamin mit 3D-Wasserdampf-Flammentechnik entschieden. Wärme kann man mit dem integrierten Heizlüfter dazuschalten - bei mir mit Ökostrom betrieben. aktualisiert am 30.12.2018

Den inneren Widerstand gegen Kaminfeuer ohne Holz habe ich vor einigen Jahren bei einem Irlandbesuch verloren, dort war es ganz normal einen Gaskamin oder ein anderes offenes Feuer ohne Holz im Wohnzimmerkamin zu betreiben. Gas oder Gel verbrennen wollte ich jedoch genauso wenig wie Holz - einerseits scheue ich die Brandgefahr und andererseits geben mir in meiner kleinen Wohnung schon zwei Kerzen das Gefühl, dass mir nicht genug Sauerstoff zum Atmen bleibt.

Jedoch finde ich den Anblick von offenem Feuer in einem Kamin so gemütlich und mir wird schon beim Anblick richtig warm, dass ich die Idee nicht aufgeben wollte. Wochenlang schaute ich mir daher online Elektrokamine mit nachgemachtem (falschem) Feuer an.

Mir war bei der Anschaffung meines Elektrokamins allerdings sehr wichtig, dass das Fake-Feuer wie echt aussieht. Ein statisches Bild einer Flamme wäre mir nicht genug gewesen - in diesem Punkt war ich tatsächlich sehr anspruchsvoll. Nach langem Suchen habe ich schließlich den für mich richtigen Elektrokamin gefunden und den Kauf bis heute nicht eine Sekunde bereut.

Mein Wunschkamin hat einen Rahmen aus cremeweißem "Fossilsteinmarmor" und einen "Feuereinsatz" mit 3D-Wasservernebelungstechnik. Die Heizlüfter-Funktion ist getrennt zuschaltbar. An- und Abschalten kann ich den Kamin manuell am Kamineinsatz (Schalter sind unter der falschen Abzugshaube) oder mittels Fernbedienung.
Mein persönlicher Wunschkamin steht inzwischen seit 2014 in meiner Wohnung. Ich schalte ihn gerne an, wenn es draußen ungemütlich ist - dann fühlt man sich zuhause noch geborgener. Mein Elektrokamin mit den täuschend echten Flammen (angestrahlter Wassernebel) hat einen Heizlüfter mit mehreren Heizstufen integriert - allerdings wird die Heizfunktion bei mir selten genutzt, da wir in unserem Mehrparteienhaus eine gasbetriebene Zentralheizung haben. Mir reicht es in der Regel, das "Feuer" in meinem Lieblingskamin zu sehen, und schon fühlt sich der Raum warm und gemütlich an. Nur unter besonderen Umständen, beispielsweise bei einem Kälteeinbruch im Sommer o. Ä., aktiviere ich die Elektroheizungsfunktion - da mein Strom von einem hundertprozentigen Ökostrom-Anbieter stammt, belastet das mein Öko-Gewissen nicht.

Täuschend echte Flammen bei der 3D-Wassernebel-Flammentechnik
Ich habe mit diesem Elektrokamin so gut wie keine Arbeit. Ich muss weder Holz schleppen, noch Asche rausschaufeln, die sich dabei immer ein wenig in der Umgebung verteilen würde. Ich muss lediglich bei Bedarf gefiltertes Wasser auffüllen (bereite ich im Britta-Wasserfilter* zu) und gelegentlich die kleine Wanne unterhalb der Holzglutimitation, in der das Wasser vernebelt wird, säubern.

Worauf man beim Kauf eines Elektrokamin achten sollte

Platzbedarf
Wer wie ich eine kleine Wohnung hat, muss sich genau überlegen, ob und wie viel Platz geopfert werden kann, denn dieser könnte auch für einen Schrank, ein hohes Regal oder ein Gästeklappbett genutzt werden.

Aufstellungsort
Mit einem "gezähmten" Feuer verbindet man Wärme, Schutz und Gemütlichkeit - und dieser Eindruck soll sich bereits beim Betreten des Raumes einstellen und sich auf den gesamten Raum ausbreiten. Der Kamin sollte also nach Möglichkeit schon von der Tür aus und auch von der Couch o. Ä. aus gut sichtbar sein.

Kamingehäuse
Das Material und die Farbe des Kaminrahmens sollten zum Raum passen. Mir war einerseits ein natürlich wirkendes Rahmenmaterial wichtig. Für meinen kleinen Wohnraum mit Möbelstilmix wählte ich eine helle Rahmenfarbe, die den Raum eher größer wirken lässt.

Feuereinsatz
Den Feuereinsatz gibt es in verschiedenen Metallfarben. Die "Fake-Feuer-Technik" wird unter einer Haube aus "verglimmendem Holz" (Kunststoffimitat) versteckt.

Feueroptik/Feuertechnik
Den größten Einfluss auf das Gesamtbild hat beim "brennendem" Kamin meiner Meinung nach die Technik, mit der das falsche Feuer im Elektrokamin erzeugt wird.
Günstige Kamine haben meist ein eher statisches Flammenbild. Sie wirken vor allem über die Lichtfarbe ein wenig heimelig. Mir war es aber wichtig, dass das Feuer täuschend echt aussieht - mit sich bewegenden Flammen und Rauchentwicklung. Notfalls wollte ich lieber noch etwas sparen, bis ich mir meinen Traumkamin leisten konnte. Diese optische Täuschung hinzubekommen, erfordert nämlich eine entsprechende Technik, was den Kamin teurer macht (es gibt solche Kamine selten unter 1.000 Euro, häufiger zum doppelten Preis - je nach Größe und sonstigen Materialien sowie zusätzlicher Technik wie Geräusche von prasselndem Feuer etc.).

Bei meinem Kamin wird aufsteigender Wasserdampf/Wassernebel erzeugt und dieser von versteckten Lampen von unten her angeleuchtet. Begriffe für diese Highend-Fake-Flammen-Technik sind 3D-Feuereinsatz, 3D-Wasservernebelungstechnik, 3-D Flammeneffekt, Opti-myst 3D, Opti-myst® und ähnliches mehr in vielen verschiedenen Schreibweisen. Aber Fakt ist: Man sieht als erstes leichten Rauch aufsteigen (Wasserdampf oder feiner Wassernebel) und gleich darauf beginnen die Flammen zu züngeln.
Im ersten Jahr bin ich immer wieder zum Elektrokamin hingelaufen, weil ich dachte, jetzt brennt der wirklich - was natürlich nicht möglich ist. Aber die optische Täuschung ist sehr gut gelungen.

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(Elektrokamin muenkel design bei Amazon.de)

Zusatzfunktionen
Mein Elektrokamin sieht nicht nur schön aus, sondern kann auch heizen. Wem dies wichtig ist, sollte auf die Funktion und deren Leistungsstärke achten.

Desweiteren kommt es auch bei dieser Kaufentscheidung auf den Preis, das Vertrauen in die Marke und in den Händler sowie auf die Lieferbedingungen und die Garantie an. Wenn alles passt, ist so ein Elektrokamin auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für ganze Familie.

Mein Kamin wurde übrigens von einer Spedition auf einer Holzpalette gebracht. Normalerweise liefern Speditionen wohl nur bis zur Bordsteinkante, aber gegen ein Trinkgeld haben der Fahrer und ich die Palette zusammen bis vor den endgültigen Platz im Wohnzimmer gerutscht (in der Wohnung auf einem alten Teppich über das Parkett). Den Kamin ausgepackt, von der Palette heruntergehoben und zusammengebaut habe ich später alleine.

Würde ich meinen Fake-Flammen-Kamin gegen einen Kamin mit echtem Holzfeuer tauschen, wenn ich die Möglichkeit hätte?
Wenn ich einen großen Raum mit Kaminanschluss zur Verfügung hätte, in dem die Abstände vom Kamin zu anderen Möbeln groß sind, der Fußboden nicht brennbar und das Luftvolumen groß genug ist, dann würde ich eventuell tauschen. Aber in meiner Wohnung, die von der Raumaufteilung und Platzausnutzung eher einem "Tiny House" gleicht? Niemals! In all den Jahren habe ich den Kauf nie bereut.

Wo kann man Elektrokamine kaufen (Beispiele)?

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Mittwoch, 7. Juni 2017

Mikrowelle: Eingetrocknete Spritzer und Verkrustungen spielend leicht entfernen

Haushaltstipp, wie man auch eingetrocknete Verschmutzungen und Spritzer im Garraum der Mikrowelle ohne Schwitzen und Schrubben spielend mit einem Schwamm entfernen kann.

Beim Erwärmen und Kochen in der Mikrowelle können kleine und größere Malheure auftreten: Fettiges und Soßen spritzen quer durch den Garraum; Soßen, Couscous oder andere Getreidebreie kochen über. Da die Mikrowelle vor allem dann eingesetzt wird, wenn es schnell gehen muss, kommt man nicht immer gleich dazu, den Innenraum zu putzen. Sind die Spritzer aber erst einmal eingetrocknet oder sogar bei späterer Nutzung festgebacken, muss man ziemlich arg schrubben, wenn man die Verunreinigungen nur mit einem Schwämmchen und Spülmittel wegbekommen will. Und manchmal klappt das auch gar nicht.

Mit ganz einfachen Mitteln und einem kleinen Trick lassen sich auch
hartnäckige Ablagerungen im Inneren der Mikrowelle entfernen.
Mit dem folgenden Haushaltstipp bekommt man auch eingetrocknete Verschmutzungen und Spritzer im Innenraum der Mikrowelle gelöst und kann sie ohne Anstrengung mit einem Schwamm einfach wegwischen.

Eingetrocknete Spritzer und ältere Verkrustungen in der Mikrowelle entfernen - so geht es

Zutaten
Werkzeug
  • 1 Spülschwamm 
  • Baumwolltuch o. ä. zum Nachtrocknen
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Vorgehen
  1. Eine Tasse etwas über die Hälfte mit Wasser füllen, 
  2. Essigessenz dazugeben, so dass die Tasse bis etwa 1 cm unter dem Rand gefüllt ist. 
  3. Tasse in die Mikrowelle auf das Drehelement stellen und 
  4. die Mikrowelle 3 - 5 Minuten auf höchster Stufe laufen lassen. 
  5. Den Dampf einige Minuten bei geschlossener Mikrowelle einwirken lassen, damit sich der Essigwasser-Dampf an den Wänden niederschlägt und beginnt, die Verkrustungen aufzuweichen.
  6. Dann die Mikrowelle noch einmal 3 - 5 Minuten auf höchster Stufe laufen lassen. 
  7. Einige Minuten warten, bevor man den Garraum öffnet. 
  8. Den Garraum der Mikrowelle mit einem Spülschwamm, der mit etwas Spülwasser (Wasser mit einem Spritzer Spülmittel) angefeuchtet ist, mehrmals auswischen. 
  9. Am Ende noch einmal mit frischem Spülwasser nachwischen. 
  10. Zum Schluss den Innenraum und den Drehteller mit einem saugfähigen Tuch, beispielsweise einem rauen Baumwolltuch, trocknen.
Obwohl meine Mikrowelle über 25 Jahre alt ist, wird ihr Innenraum mit dieser Behandlung immer wieder wie neu.

Hinweis: 
Bitte beachten Sie die Sicherheitshinweise und die Gebrauchsanleitung Ihres Mikrowellengerätes. Auch wenn meine Mikrowelle die Behandlung gut verträgt, kann ich das nicht für jede Mikrowelle garantieren. Sie sind für Ihre Handlungen selbst verantwortlich. Jede Haftung meinerseits ist ausgeschlossen.


PS: 
Im Bild sind Markennamen zu erkennen, aber nur, weil ich diese zufällig nutze. Ich stehe in keiner Verbindung zu den Marken und wurde auch nicht dafür bezahlt.


Welche Tipps zur Mikrowellenreinigung bzw. Mikrowellengarraum-Reinigung und -Pflege haben Sie? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in einem Kommentar.

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Samstag, 6. Mai 2017

So wird das Waschbecken wieder strahlend weiß und frei von Kalkablagerungen und Schmutzrändern

Problem: Beläge im Waschbecken lassen sich oft nicht mit den üblichen Putzmitteln entfernen. Was man tun kann, damit das Waschbecken wieder strahlend weiß wird.

Mein Porzellan-Waschbecken ist nach der Behandlung wieder strahlend weiß
und frei von Belägen aus Kalk, Fett, Schmutz und anderen Ablagerungen.
Wegen unseres kalkhaltigen Wassers, Einträgen aus den Rohren in das Leitungswasser sowie den Seifenresten vom Händewaschen und Sonstigem bilden sich bei uns im Badezimmer sehr hartnäckige Beläge - gut sichtbar im weißen Waschbecken aus Porzellan. Seit Jahren kämpfe ich immer wieder damit und habe schon viel ausprobiert, um diese Kalk-, Fett- und Schmutzbeläge zu entfernen: Spülmittel, Zitrusreiniger, Essigreiniger, Badreiniger, Backpulver, Natron, Toillettenreiniger und vieles andere. Zwar eignen sich all diese Mittel zum normalen, regelmäßigen Reinigen, aber hat man mal nicht aufgepasst und nicht sorgfältig, beispielsweise ohne Brille bei schlechtem Licht, geputzt, sind die Beläge aus Kalk, Schmutz, Fett und anderen Ablagerungen schnell da und lassen sich mit Putzmitteln - egal ob mild oder stark - nicht entfernen. Mein Schrubben mit der harten Seite vom Schwamm furcht dann zwar ein paar weiße Streifen und Flecken in den grauen Schleier, aber das Problem bleibt: graue Stellen und häßliche Schmutzränder.

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So wird das Waschbecken wieder strahlend weiß

Was bei mir gegen die Kalk-, Seifenreste-, Fett- und Schmutzbeläge im Waschbecken aus Porzellan wirklich funktioniert, ist der Einsatz von verdünnter Essigessenz gepaart mit viel Zeit zum Einwirken!

Vorgehensweise

  1. Ich verschließe das Waschbecken so dicht, wie es geht, und 
  2. fülle es fast bis zum Überlaufloch mit handwarmem Wasser. 
  3. In dieses Wasser gebe ich ca. 1/3 Flasche (130 ml) Essigessenz (25% Säureanteil). 
  4. Dann warte ich ein bis zwei Stunden, in denen der Essig die Kalkverbindungen, die den Belag bilden, durchdringt. 
  5. Ich lasse das Wasser abfließen (falls es nicht sowieso schon abgelaufen ist, so hundertprozentig dicht schließt mein Waschbeckenstöpsel nicht) und 
  6. wische das Becken mit der weichen Seite vom Spülschwamm (dieser wird natürlich nur im Badezimmer eingesetzt) aus. In der Regel (wenn der Belag noch nicht zu alt und dick war) ist der graue Schleier sofort weg. Falls nicht, wiederhole ich die Prozedur oder - wenn es nur noch winzige Stellen sind - sprühe ich noch etwas Wasser-Essigessenz, die ich in einer Sprühflasche angemischt habe, auf die Stellen, warte wieder etwas und wische dann noch ein paar Male nach.
Der Unterschied zwischen vorher und nachher ist nicht nur optisch zu sehen, man fühlt es auch: Die oberfläche ist wieder glatt und spiegelt das Licht wie ein ganz neues Porzellan-Waschbecken.

Welche Essigessenz nehmen?


Ich verwende die Surig Essigessenz*, weil ich sie sowieso zuhause habe - sie hat einen Säureanteil von 25 Prozent und eignet sich verdünnt für alle möglichen Aufgaben im Haushalt wie Entkalken, Reinigen und Desinfektion und sogar zur Verdünnung zu Essig zur Zubereitung von Speisen (5 % Säureanteil) - als Tafelessig für den Salat habe ich persönlich allerdings andere Lieblingsmarken.

Essigessenz ist übrigens vollständig biologisch abbaubar und umweltverträglicher als viele anderen Reinigungsmittel.

Fazit:

Meiner Erfahrung nach ist Essigessenz beim Entfernen von Kalkablagerungen und Belägen aus Kalk, Fett, Seife und Schmutz in Waschbecken, Duschwannen und anderen Stellen im Bad das wirksamste Hausmittel/Produkt - wenn man ihr etwas Zeit gibt!

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Welche Tipps haben zum Entfernen von Kalkablagerungen und anderen Belägen Sie/habt ihr?
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