Freitag, 25. Februar 2022

Was sind Keimlinge, Sprossen, Microgreens, Asia Salat, Japanese Greens, Grünkraut?

Die Begriffe Keimlinge, Sprossen, Microgreens, Grünkraut und so weiter werden uneinheitlich genutzt. Das liegt nicht nur an umgangssprachlicher Ungenauigkeit oder fehlenden Botanikkenntnissen, sondern weil manche Begriffe in Marketingabteilungen von Unternehmen oder Verbänden entstanden sind. Aber was ist nun was? (bearbeitet Februar 2022)

Erbsen-Grünkraut wenige Tage vor der Ernte
Erbsen-Grünkraut wenige Tage vor der Ernte. → Wie der Anbau von Erbsen-Grünkraut funktioniert!
Pflanzen durchlaufen verschiedene Stadien vom gesäten Samen über den Keimling zur Jungpflanze - erst klein, dann größer -, dann zur ausgewachsenen Pflanze, welche dann Blüten und daraus später (Früchte mit) Samen bildet. Je nach Pflanzenart, Anbauweise und Verwendung werden Pflanzen in einem anderen Stadium geerntet.

Keimlinge
Samen von Mungobohnen, Rettich, Linsen, Adzukibohnen und andere werden in Gläsern oder speziellen Keimbehältern mit Feuchtigkeit und Wärme angetrieben, bis sie keimen. Geerntet wird, wenn die Keimblätter entwickelt sind. Verzehrt wird der gesamte Keimling: Samen, Wurzel, Spross und Keimblätter.

Sehr kleine Jungpflanzen (Sprossen, Microgreens)
Um Sprossen oder Microgreens zu ernten, werden geeignete Samen in Erde oder anderes Substrat gesät. Nach der Keimung brauchen sie Licht und Luft. Sie werden oberirdisch abgeschnitten, wenn sie groß genug dafür und die Keimblätter (und je nach Art auch die ersten Blätter) voll entfaltet sind und sie ihre typische Farbe durch das Licht gebildet haben. Das ist bei Sprossen und Microgreens meist nach 2 bis 4 Wochen der Fall. Am bekanntesten für diese Nutzung ist bei uns die Gartenkresse, die man nach Bedarf abschneidet und als Brotbelag oder Würze von Salaten, Kräuterquark und Ähnlichem verwendet. Genauso können aber auch Rettich, Rosenkohl, Rauke, Koriandergrün, Rotkohl, Rote Beete, Basilikum und andere Pflanzen angebaut und als Sprossen/Microgreens mit der Schere geerntet werden. Bei den Sprossen/Microgreens werden die Wurzeln und Samen nicht mitgegessen, sondern nur die oberirdischen Pflanzenteile.

Anzeige


Etwas größere Jungpflanzen (Blattgemüse, Schnittsalat, Grünkraut, Greens)
Blattgemüse, Schnittsalat und Grünkraut (Greens) werden wie die Microgreens in Erde oder Substrat angebaut. Doch lässt man sie etwas länger stehen, so dass sie nicht nur Keimblätter, sondern auch Laubblätter ausbilden. Nach der Größe, bei der man sie ernten will, richtet sich die Aussaatdichte. Als Jungpflanzen geerntet werden beispielsweise: junger Blattspinat, junger Mangold, junges Erbsen-Grünkraut, Asia-Salat/Japanese Greens (junge Blätter verschiedener Kohlgewächse wie Rucola, Radieschen, Brokkoli, Pak Choi, Kohl und andere), Schnittsalat und Feldsalat.

(Fast) erwachsene Pflanzen vor dem Blütenstadium bzw. vor dem Durchtreiben ("Schossen")
In diesem Entwicklungsstadium werden die mehr oder weniger kompakten Köpfe von Kopfsalat, Endivien, Pak Choi etc. aber auch Wurzelgemüse wie Möhren geerntet.

Anzeige


Blüten oder Blütenorgane
Blüten oder Blütenorgane werden in der Regel erst von erwachsenen Pflanzen geerntet. Essbare Blüten haben beispielsweise Kapuzinerkresse, Rosen, Gänseblümchen, Zucchini und Schnittlauch. Beim Safrankrokus Crocus sativus werden die Staubgefäße geerntet.

Früchte
Bei Tomaten, Paprika und Auberginen sind lediglich die reifen Früchte essbar, der Rest der Pflanze ist giftig (Hinweis: Auberginenfrüchte sollte man schon aus geschmacklichen Gründen garen, obwohl das Solanin und Bitterstoffe aus den modernen Sorten meistens herausgezüchtet wurde, weshalb auch das Salzen und Wässern meist nicht mehr nötig ist). Bohnen müssen immer gegart werden, denn nur nach dem Erhitzen (10 bis 20 Minuten) ist das enthaltene Phasein ungiftig. Weitere Gemüse, von denen hauptsächlich die Früchte gerntet werden, sind Zucchini, Gurken, Okra (Abelmoschus esculentus) und Erdbeeren (eigentlich eine Sammelnussfrucht).

Anzeige


Das könnte Sie auch interessieren:

Anzeige


Donnerstag, 17. Februar 2022

Lange Freude an Topfkräutern - auch aus dem Supermarkt

Im Frischeregal im Supermarkt findet man oft Schnittlauch, Petersilie und viele andere Kräuter als wachsende Pflanzen in kleinen Töpfen - sogar mit Bio-Siegel. Sie werden gerne gekauft, denn sie versprechen Gesundheit, Frische und Aroma für mehrere Mahlzeiten. Doch oft werden sie zuhause nur einmal beerntet und vegetieren dann vor sich hin, bis sie im Mülleimer oder auf dem Komposthaufen landen. Wie man es besser machen kann - Tipps für Hobbygärtner, Köche, Urban Gardener und alle anderen Kräuterfans. (aktualisiert 2022)

Dieser Schnittlauch und der Thymian stammen ursprünglich aus dem Supermarkt
und stehen nun schon jahrelang auf der Terrasse. Ich lasse sie auch im Winter draußen stehen, gieße bei Bedarf (aber nicht zu viel).
Vielen Menschen widerstrebt es, lebende Pflanzen als Wegwerfware zu behandeln, sie wollen nachhaltig konsumieren. Kräutertöpfe vom Gärtner, aus dem Gartencenter oder dem Supermarkt muss man auch nicht schon nach einer Ernte wegwerfen. Mit ein paar Tipps kann man an vielen von ihnen jahrelang Freude haben und mit ihren Blättern Salate, Suppen und Soßen verzieren und würzen.

Was nicht funktioniert

Die Kräuter nach der Ernte in den Plastiktöpfchen aus dem Supermarkt stehen zu lassen und das Beste zu hoffen, funktioniert nie. Das liegt daran, dass diese Töpfe zu klein sind. Der Erdevorrat darin ist zu gering und zu ausgelaugt, um ein brauchbarer Speicher und Puffer für Wasser, Nährstoffe und Luft zu sein.

Anzeige


Kräutertöpfe für viele Ernten - so geht's:
  1. Schon beim Einkaufen sollte man darauf achten, dass man frische, gesunde Pflanzen erwischt. Sie sollten noch nicht lange im Verkauf stehen, denn dort werden sie meist zu eng und in zu kleinen Töpfen aufgestellt. Der Platz ist oft zu warm oder zu kalt und sie werden mit allen anderen Pflanzen "Pi mal Daumen" gegossen. Optimal wäre es, wenn man die Liefertage des Ladens kennt und kurz nach der Belieferung einkaufen geht.
  2. Petersilie und Schnittlauch sollte man möglichst bald ernten – dazu werden sie zwei bis drei Zentimeter über der Erde abgeschnitten. Was zu viel ist, kann man bis zum Verzehr einfrieren.
  3. Dann sollte man den Wurzelstock oder bei anderen Kräutern wie Rosmarin, Salbei und Thymian die Pflanzen, wie sie sind oder etwas eingekürzt, umtopfen. Dazu wird der Topfballen aus dem alten Plastiktopf vorsichtig herausgelöst und die Pflanze in einen etwa doppelt so großen Tontopf mit frischer Gemüsepflanzen- oder Kräutererde getopft. Alternativ kann man die Pflanze auch in einen Blumenkasten, eine Pflanzkiste, ein Tischbeet, ein Hochbeet oder in ein Bodenbeet im Gemüsegarten pflanzen.
  4. Nach dem Umtopfen wird sofort angegossen, damit die Erde an die Wurzeln geschlämmt wird - das kann man draußen auf dem Rasen oder drinnen in einem Waschbecken oder einer Schüssel machen. Wichtig ist nur, dass die Erde gut durchnässt wird, aber das überschüssige Wasser ablaufen und kann.
  5. Nun erhalten die Kräutertöpfe einen Untersetzer und einen hellen Platz - je nach Jahreszeit draußen oder drinnen auf der Fensterbank (oder einem Platz mit Pflanzenlicht). Gegossen wird ab jetzt vorsichtig nach Bedarf.
  6. Beginnend etwa zwei Wochen nach dem Umpflanzen wird gelegentlich mit einem organischen oder organisch-mineralischen Dünger gedüngt - es gibt beispielsweise flüssigen Bio-Gemüse-/Kräuterdünger*, den man dem Gießwasser beimischen kann.
  7. Überschüssiges Gießwasser darf weder drinnen noch draußen (vor allem bei trübem, regnerischen Wetter) nicht im Untersetzer stehen gelassen werden, sondern man sollte es ausgießen (oder bei Dauerregen, den Untersetzer weglassen).
  8. Schnittlauch und Petersilie treiben meist sehr schnell neu durch, man gießt und düngt sie, bis sie wieder erntereif sind. Dann muss man sie aber nicht mehr komplett abernten, sondern schneidet ab, was man gerade braucht. 
  9. Strauchartig wachsende Kräuter wie Salbei, Rosmarin oder Thymian wachsen nach dem Umtopfen auch schneller als vorher. Will man, dass sie buschig bleiben, kürzt man die Triebe ein. Der Nachtrieb ist dann auch weicher und oft besser zu verarbeiten.
  10. Nun kann man immer wieder ernten. 
Rosmarin und Salbei im Topf
Auch Rosmarin und Salbei bleiben bei mir im Winter draußen, allerdings direkt vor dem Terrassenfenster auf der Südseite.

Überwinterung von Topfkräutern

Frostempfindliche Arten wie Basilikum können im Sommer draußen stehen, aber vor dem Frost müssen sie reingeholt und drinnen auf einer hellen Fensterbank aufgestellt werden.

Diese Kräuter kann ich bei mir (Südseiten-Terrasse) draußen überwintern: Schnittlauch und Thymian stehen bei mir ganzjährigig in einem Topfregal. Rosmarin und Salbei werden draußen direkt vor dem bodentiefen Fenster überwintert - was an einem weniger warmen und weniger geschützten Platz ein gewisses Risiko birgt, wenn der Winter hart wird; dort wäre es sicherer, mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Salbei so wie mediterrane Zier-Kübelpflanzen frostfrei und hell in einem Gewächshaus oder auf einer hellen Fensterbank in einem ungeheizten Zimmer zu überwintern.

Anzeige

Bei Extremtemperaturen (wenn die Wettervorhersage etwa minus 15 °C Nachttemperatur ankündigt) erhalten meine Pflanzen kurzfristig zusätzlichen Schutz für die Nacht durch Vlies, Plastikhauben, Papiertüten, Zeitungspapier oder einen Kübelpflanzenschutz*. Tagsüber – vor allem, wenn es über Null Grad ist -, entferne ich den Schutz.

Wichtiger Überwinterungstipp:
Bei der Überwinterung sollte man darauf achten, dass die Wurzelballen nie völlig austrocknen - auch nicht im eisigen, frostttrockenen Februar, andererseits sollen die Pflanzen aber auch nicht in nasser Erde stehen - da braucht man ein wenig Gefühl für das richtige Maß.

Buchtipp:
Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau nutzen - natürlich umweltfreundlich. Standortgerecht Gartenträume wahrmachen - vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Schmetterlinge-und-Bienen- oder Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach. Dazu viel Basiswissen und Pflanzenempfehlungen für jede Jahreszeit sowie auch solche für eine nachhaltige Bepflanzung, die jahrelang Freude bringt.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8







* Werbelink/Affiliate-Link


Wo kann man Topfkräuter während der Corona-Krise kaufen?
Wenn bei Ihnen vor Ort der Verkauf ab Gärtnerei oder Hof, das Gartencenter und die Baumärkte mit Pflanzenabteilung wegen Corona-Vorschriften geschlossen sind, schauen Sie im Lebensmittelgeschäft vor Ort, ob es Topfkräuter im Sortiment hat. Ansonsten kann man Kräuter und andere lebende Pflanzen telefonisch oder in Online-Shops bestellen und geliefert bekommen. Angeboten zur Lieferung nach Hause werden Topfkräuter manchmal auch von Lebensmittellieferdiensten wie dem von REWE, von [Versand-]Gärtnereien sowie von Hofläden - je nach Anbieter und je nachdem, wie die regionalen Vorschriften aktuell sind, werden die Pflanzen per Zusteller geliefert oder vom Online-Lebensmittelhändler beziehungsweise Gärtner selbst gebracht und kontaktlos übergeben. Bei Lieferung per Zusteller wie DHL, Hermes u. a. kann man beispielsweise einen Wunschablageort angeben - man muss also nicht einmal die Wohnungstür öffnen. Ein ähnliches auf Hygiene abgezieltes Prozedere bieten auch die Selbstlieferer wie REWE und Gärtner mit Bringservice. 


Das könnte Sie auch interessieren:
Anzeige


Mittwoch, 16. Februar 2022

Kohl stinkt nicht mehr

Spitzkohl ist eine Sonderform des Weißkohls

Von wegen piefig: Nach jahrelangem Dasein als miefiges Mauerblümchen unter den Gemüsen (zu oft hatten verkochte, fade angemachte Kohlgemüse die Lust darauf verdorben), wurde Kohl neu entdeckt: Grünkohl eroberte die Smoothies, Blumenkohl wird nun geraspelt und gegart als Reisersatz gegessen und Rosenkohl ist sowieso das neue It-Gemüse.

Kohl wieder/neu entdeckt   Gesundheitswirkung   Mit Kohl abnehmen   Rezept: Kohl mit Pfifferlingen und Linguine   Gegen Müffelkohl   Kohl selbst anbauen

Alles fing, soweit ich das beobachten konnte, mit der Wiederentdeckung von Rucola (Rukola) an, einer nahen Verwandte des Kohls. Als Salatzutat und würzige Zugabe zu anderen Gerichten eroberte sie von Italien aus die deutsche Gourmet-Küche zurück (sie war aber auch schon früher bei uns bekannt). Übrigens lässt sich Rucola sehr gut selbst anbauen, auch ohne (eigenen) Garten.

Mit Rucola (Salatrauke) fing es an. Das Salat- und Gewürzkraut lässt sich auch im Topf anbauen.

Gesundheitswirkung von Kohl


Oft scheint jedoch die Gesundheitswirkung von Kohl und seinen Verwandten der Treiber des Trends zu sein. Und damit das Gesunde auch schmeckt und weil man auch mal Abwechslung von der traditionellen deutschen Küche braucht, werden Gerichte aus der internationalen Küche adaptiert oder ganz neue Gerichte aus alten Gemüsen kreiert, die dem Zeitgeist entsprechen, also beispielsweise vitaminschonender zubereitet werden, einer leichteren Küche für Büroarbeiter entsprechend abgespeckt oder vegetarisch/vegan gehalten sind, um Tierwohl zu unterstützen und etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Kohl ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweißen und Flavonoiden. Bei manchen der Vitamine und Flavonoide geht die Wissenschaft von einer möglichen, vorbeugenden Wirkung gegen Krebs anaus.

Kohl mit seinen Ballaststoffen regt auf jeden Fall die Verdauung an, als frisches Sauerkraut oder nicht durch Erhitzen haltbar gemachter Sauerkrautsaft liefert es dazu auch noch lebende Milchsäurebakterien, was der Darmflora guttut. Sauerkraut wird bei uns, wie auch Kimchi (aus Chinakohl, Rettich oder anderen Gemüsen) in Korea, traditionell als Vitamin-C-Lieferant für den Winter oder andere Situationen, wenn kein frisches Obst und Gemüse verfügbar ist, eingemacht.

Anzeige


Apropos Vitamin B12 (Cobalamin): Sauerkraut enthält entgegen dem Mythos kein oder höchstens Spuren von Cobalamin – das ist die Vitamin B12-Art, die der Mensch für wichtige Vorgänge im Körper benötigt -, sondern nur Analoga ohne biologische Wirksamkeit, die dessen Aufgaben nicht erfüllen können. Das Gleiche gilt laut Quarks auch für Algen. Tatsächlich können Analoga in großen Mengen sogar negative Auswirkungen haben, wenn sie alle Plätze besetzen, an denen eigentlich Cobalamin andocken und seine Arbeit verrichten soll. Cobalamin-Quellen in der Nahrung: Sehr große Mengen Cobalamin sind in Leber enthalten, gefolgt in einigem Abstand von verschiedenen Seefischarten und Fleisch, weniger, aber noch nennenswerte Mengen sind in Käse, Eiern, Quark und Milch enthalten (Wikipedia). Veganer brauchen also unbedingt Nahrungsergänzungsmittel, denn nach heutigen Stand ist es, soweit mir bekannt, nicht möglich, sich über eine pflanzliche Ernährung, auch nicht mit milchsauer vergorenen Gemüsen, ausreichend mit Cobalamin zu versorgen. Eine anhaltende Unterversorgung kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben (Blutarmut, Gedächtnisschwund, Müdigkeit, Depressionen, Schwierigkeiten der Bewegungskoordination etc.), die teilweise nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Auch interessant im Zusammenhang mit Kohl: Freshplaza.de berichtet, dass Forscher der Hiroshima University die Wirkungsweise von DIM (Diindolylmethan) untersuchen. DIM (Diindolylmethan) ist ein Umwandlungsproduktes eines in Brokkoli und anderem Kohlarten gefundenen Moleküls und kann möglicherweise Krebszellen gezielt abtöten. Man forscht noch mit Spalthefen, um den Mechanismus besser zu verstehen und hofft darauf, irgendwann ein Medikament zur gezielten Krebsbekämpfung entwickeln sowie neue Erkenntnisse zur Verlängerung der menschlichen Lebenszeit gewinnen zu können.

Mit Kohl abnehmen


Viele erinnern sich möglicherweise noch mit Grausen an eine vor Jahren moderne Abnehmmode: die Kohlsuppendiät. Eine solche Crashdiät sollte man sich meiner Meinung nach nicht länger als ein bis zwei Tage antun, beispielsweise, wenn man nach üppigen Völlereien einen Gang runterschalten möchte. Aber Kohl kann manche Rezepte kalorienmäßig abspecken und gleichzeitig den Vitamin- und Ballaststoffgehalt erhöhen. Beispielsweise kann man Reis oder Nudeln ganz oder teilweise durch geraspelten Blumenkohl ("Blumenkohlreis") oder schmale Weißkohl-Streifen ("Weißkohlnudeln") ersetzen (wenn man die Nudeln ganz und nicht nur teilweise mit Weißkohlstreifen ersetzt, darf man sie allerdings nur sehr kurz anbraten, da sie sonst alle Struktur verlieren). So lassen sich Reis mit Thaicurry/indischem Curry und Spaghetti-Bolognese leicht an persönliche Vorlieben und Ernährungsstrategien anpassen, ohne das Geschmackserlebnis zu ruinieren.

Um ihn als (teilweisen) Nudelersatz zu verwenden, schneidet man den Spitzkohl in Streifen.
 
Gourmet-Kohl

Rezept Spitzkohl mit Pfifferlingen und Linguine


Zutaten für 2 Personen (ungefähre Angaben)
Olivenöl
Butter
2 Schalotten
½ Spitzkohl
Pfifferlinge oder andere Pilze (frisch, getrocknet (vorher einweichen) oder aus der Dose/Glas)
Brühwürfelbrösel
Pfeffer, Salz, (Zwiebelpulver)
Milch (und/oder Sahne)
gekochte Linguine oder andere Nudeln
(optional: einen Hauch geriebener Parmesankäse)
(optional: frisches Petersilien- oder Schnittlauchgrün)

Ich persönlich verwende Magermilch zum "Ablöschen" des gebratenen Gemüses und lasse die Flüssigkeit stark reduzieren. Wer es etwas reichhaltiger oder "soßiger" mag, kann Vollmilch, Sahne, Sauerrahm o. Ä. verwenden und/oder die Milchsoße mit Mehl andicken (d.h. entweder an einer Seite der Pfanne nach Schritt 5 eine Mehlschwitze bereiten oder etwas kalte Milch beiseite tun und etwas Mehl hineinrühren, diese Mehl-Milchflüssigkeit ("slurry") dann nach Schritt 6 unter Rühren hinzufügen, bis die gewünschte Dicke erreicht ist).

Anzeige


Zubereitung
  1. Schalotten fein würfeln
  2. Spitzkohl in Streifen schneiden
  3. Pfanne erhitzen, Olivenöl hineingeben
  4. Spitzkohlstreifen und Pfifferlinge hinzufügen und leise anbraten
  5. Brühwürfel nach Geschmack darüber bröseln
  6. Milch (und/oder Sahne) aufgießen, umrühren
  7. Köcheln lassen, bis die Milch reduziert ist
  8. Butter hinzugeben
  9. Mit Pfeffer, Salz (und Zwiebelpulver) abschmecken
  10. Gekochte Linguine oder andere Nudeln untermischen und durchziehen lassen
  11. Noch einmal abschmecken, auf einem Teller servieren (und optional einen Hauch Parmesan und Petersilie oder Schnittlauch darüber streuen)
Pfifferlinge mit Weißkohlstreifen und Linguine 


Kohlgeruch loswerden


Bevor man mit der Zubereitung anfängt, schließt man die Türen zu angrenzenden Wohnräumen, damit sich der Kohlgeruch nicht in der ganzen Wohnung verteilt. Wer die Möglichkeit hat, sollte beim Kochen das Küchenfenster öffnen und/oder die Abzugshaube einschalten. Ansonsten neutralisiert Essig den Geruch: Man kann (parallel oder hinterher) Wasser mit Essigessenz in einem Topf zum Kochen bringen und/oder Schälchen mit Essig aufstellen. Verdampfender Essig riecht erst einmal auch nicht gerade gut, aber ist der Essiggeruch weg, ist dann auch der Kohlgeruch weg. Wenn man mag, beduftet man den Raum hinterher mit auf einem Teller ausgebreiteten Lavendel, Zitrusschalen oder stellt Duftkerzen, Duftstövchen, Aromalampen oder ähnliches auf.

Weißkohl selbst anbauen


Anzeige


Wer Platz hat, kann Weißkohl und andere Kohlarten selbst anbauen.
Weißkohl kann von März bis Mai auf einer Fensterbank oder im Anzuchtgewächshaus ausgesät werden (16 bis 20 °C). Sobald der Samen die Keimblätter entfaltet hat und man die Keimlinge greifen kann, wird vorsichtig in Einzeltöpfe, Multitopfplatten, Eierkartons oder Ähnliches umgepflanzt ("pikiert"). Wenn die Pflanzen drei bis fünf Laubblätter entwickelt haben, werden sie draußen ins Beet gepflanzt. Bei frühen Aussaaten und kühlem Frühlingswetter sollte man die Kohljungpflanzen vor dem Auspflanzen abhärten, also langsam an kühlere Temperaturen gewöhnen. Kohl muss hell, weit und luftig stehen. Als Starkzehrer muss er gut mit Nährstoffen und Wasser versorgt werden (trotzdem nicht überdüngen). Zum Schutz gegen Schädlinge wie Kohlfliegenlarven oder Raupen von Schadschmetterlingen bringt man ein Kulturschutznetz gegen Insekten an. Die Kultur dauert je nach Sorte, Jahreszeit und jahresspezifischer Witterung zwischen 50 und 150 Tagen. Kohl, der nicht gleich verbraucht wird, sollte bei kühlen Temperaturen (im Sommer am besten am frühen Morgen) geerntet und schnell zum Lagerort gebracht werden. Auf die gleiche Beetfläche sollte frühestens nach vier Jahren wieder ein Kohlgewächs angebaut werden, bei Auftreten von Kohlhernie (Wurzelkrankheit) sollte man sogar sieben bis zehn Jahre warten. Gelagert wird Kohl am besten kühl, trocken und mit Luftzufuhr.

Das könnte Sie auch interessieren Anzeige